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Aug 05

Arthrose, was ist das?

Mehr als 10 Millionen Betroffene leiden heute alleine in Deutschland unter degenerativen Gelenk-Beschwerden.
Die meisten davon an Arthrose. Arthrose ist eine Krankheit der Gelenke, die zu Gelenkknorpelabrieb führt.

Allen Formen der Arthrose ist ein Knorpelschaden eines Gelenks und eine Veränderung des anliegenden Knochens gemein, ansonsten unterscheidet man sie nach:

  • Arthrose der großen Gelenke,
  • Arthrose der oberen und unteren Extremitäten,
  • Polyarthrose der kleinen Gelenke und
  • Arthrose der Zwischenwirbelgelenke.

Die meisten leiden an Knie-, Hüftgelenks- und Wirbelsäulen Arthrose. Seltener sind Sprunggelenke oder Gelenke an Händen und Armen betroffen.

Arthrose ist nicht altersabhängig.
Studien haben ergeben, dass bereits 50% aller 30-jährigen Probanden Veränderungen an Gelenken zeigen. Die steigende Lebenserwartung führt dazu, dass immer mehr Menschen unter Arthrose leiden. Mit 70 Jahren ist dann fast jeder von uns mehr oder weniger stark betroffen.

Wer unter Arthrose leidet, spürt die Gelenkveränderungen zunächst nur schleichend. Dadurch wird Arthrose meist erst sehr spät erkannt.
Dabei ist es besonders wichtig, erste Anzeichen eines Gelenkverschleißes zu erkennen und mit dem Arzt zu besprechen. Der Knorpelabrieb führt zu entzündlichen Reizungen, die sich folgendermaßen entwickeln:

  • Spannungsgefühl
  • Steifigkeit in den betroffenen Gelenken
    Die Knorpelschicht beginnt dünner zu werden.
  • Anlaufschmerz
    Beim Wechsel von Ruhe zur Belastung schmerzt das Gelenk.
  • Belastungsschmerz
    Das Gelenk schmerzt unter Belastung. Der Knochen ist stellenweise freigelegt.
  • Dauerschmerz
    Ständige Schmerzen im Gelenk. Hier reibt Knochen auf Knochen, es kommt zu erheblichen Bewegungseinschränkungen.

Die Stadien der Knorpelschädigung unterscheidet man nach Outerbridge in 4 Stufen:

Grad 1 Der Knorpel lagert vermehrt Flüssigkeit ein. Er quillt auf, wird weicher und unelastischer, der Gelenkspalt wird schmaler
Grad 2 Die Knorpeloberfläche ist aufgefasert. Die Auffaserung schreitet fort bis zur Zerklüftung.
Der Durchmesser des Defektes ist kleiner als 13mm. Man spricht auch von einem oberflächlichen Knorpelschaden.
Grad 3 Der Knorpel ist in größeren Stücken zerklüftet. Es können ganze Knorpelstücke unterhöhlt sein und kleine Knochenanteile frei liegen. Die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt.
Der Durchmesser des Defektes ist größer als 13mm. Man spricht auch von einem mittelgradigen Knorpelschaden.
Grad 4 Der Knorpel ist teilweise bis zum Knochen abgenutzt. Knochenanteile sind ohne Knorpelbedeckung bloß gelegt. Das Gelenk schmerzt auch im Ruhezustand.
Man spricht von einem tiefen Knorpelschaden oder auch einer Knorpelglatze
  • inzwischen hat sich seit 2003 eine genauere Darstellung der ICRS (International Cartilage Repair Society) durchgesetzt. Siehe hierzu Klassifikationen und Grade

Schwellungen der Gelenke und Schmerzen sind Zeichen einer aktivierten Arthrose. Sie wird durch körpereigene Entzündungsstoffe verursacht, die sich durch das Blutbild oder eine Punktion nachweisen lassen. Anhand dieser Daten wird über die weitere Behandlung entscheiden. Eine Untersuchung mittels MRT oder CT kann zusätzlich genauere Hinweise geben.

Ziel muss es vorrangig sein, den Stoffwechsel des Gelenks und der umgebenden Weichteile wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dies wird bei einer Aktivierten Arthrose anders erreicht wie bei einer chronischen Arthrose.
Es sollten bei einer aktivierten (=entzündeten) Arthrose mit akuten Schmerzen Ruhigstellung und Kühlung des Gelenks z.B. durch einen Quarkwickel zum Einsatz kommen. Dies lindert die Gelenkhautreizung und wirkt damit abschwellend und schmerzstillend.
Im chronischen Stadium helfen Wärmekompressen und durchblutungsfördernde Maßnahmen, wie z.B. Fango, Moorpackungen, Bäder mit Sole oder Schwefel und Krankengymnastik, bevor es zu einem operativen Eingriff kommt.

Über zwei Millionen Menschen haben allein in Deutschland bereits ein künstliches Gelenk. Jährlich werden etwa 200.000 künstliche Hüftgelenke, 150.000 künstliche Kniegelenke sowie 6.000 künstliche Schultergelenke eingesetzt. Kunstgelenke halten oft nicht länger als 10 Jahre. Daher sollte man sich erst wenn die Lebensqualität sich sehr verschlechtert, zu einer gelenkersetzenden OP entschließen. Ich empfehle eine zweite Meinung einzuholen, da immer wieder Operationen durchgeführt werden, die noch nicht nötig sind.

 

Ein Knorpelschaden kann durch viele verschiedene Faktoren begünstigt werden.

Die Faktoren für eine Primäre Arthrose sind:

  • fortgeschrittenes Lebensalter
  • anlagebedingte Minderwertigkeit des Knorpels

und diese Faktoren zählen zu den Ursachen der Sekundären Arthrose

  • Fehlstellungen (z.B. X-Beine, O-Beine, Hüftdysplasie, Fehlstellungen durch Unfälle u.a.)
  • nicht gut ausgeheilte Verletzungen
  • Bewegungsmangel
  • körperliche Überlastung
  • Krampfadern
  • erbliche Veranlagung
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes, Gicht, Schilddrüsenfehlfunktionen)
  • Hormonelle Veränderungen
  • Übergewicht (je höher das Körpergewicht, desto früher macht sich die Arthrose im Alter bemerkbar)
  • Auch eine fehlerhafte Ernährung spielt eine große Rolle

Was können wir tun, um der Arthrose vorzubeugen bzw. ihren Verlauf zu verlangsamen?
Am wichtigsten ist eine Entlastung des Gelenks durch Gewichtsreduktion über eine langfristige Ernährungsumstellung.

Stellt das Gewicht nicht das Problem dar, sollte trotzdem eine für Arthrosekranke geeignete Ernährungsform, nämlich eine Vollwertige Ernährung unter Beachtung des Säure-Basen-Haushaltes gewählt werden.

Allein dadurch ergeben sich oftmals schon Verbesserungen im Beschwerdebild.

Die Grundlagen für eine arthrosegerechte Ernährung sind in der Ernährungspyramide zusammengefasst:
Einzelheiten und Zusammenhänge werden in den Artikeln unter „Grundlagen“ vorgestellt.

Ergänzend hierzu ist eine auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte, regelmäßige gelenkfreundliche Bewegung ohne Überbelastung nötig. Eine Zusammenfassung befindet sich in der Bewegungspyramide.
Einzelheiten werden in den Artikeln unter „Bewegung“ erläutert. Vorab nur ein Hinweis: Spreche Dein Bewegungsprogramm mit Deinem Arzt ab!

2 Kommentare

  1. Andrea

    Hallo, ich lese gerade den Merksatz, dass Arthrose nicht heilbar ist. Haben Sie die gängige Meinung der Schulmedizin übernommen? Ich gehe davon aus, dass auch bei Arthrose der Körper auf bestimmte Dinge aufmerksam macht, wie bei anderen Krankheiten auch, z. B. Ernährungsfehler, Übergewicht und andere ungesunde Haltungen. Wenn man sich mit den Krankheitsursachen beschäftigt und versucht die Ursachen zu erkennen und zu verändern, warum soll ausgerechnet Arthrose unheilbar sein. Ich versuche es jedenfalls den Ursachen auf den Grund zu gehen und hoffe Ihnen demnächst mehr von meiner Heilung berichten zu können. Viele Grüße A. Sievert

    1. Ute

      Ich freue mich, dass Sie zu meinem Blog gefunden haben.

      Die Frage der Heilbarkeit beschäftigt viele Arthrose-Patienten und hat mich auch bewogen, meine eigenen Erfahrungen weiterzugeben.
      Die Antwort muss – was die Heilung angeht, also die vollständige Wiederherstellung des Ausgangszustandes eines Gelenks – lauten: nein. Einmal zerstörter Knorpel kann vom Körper nicht nachgebildet werden.
      Man kann jedoch den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen, Schmerzen verringern und Entzündungen vermeiden!
      Viele Betroffene nehmen sich leider nicht die Zeit, die Vorgänge im Körper zu verstehen und auf ihn zu hören. Es ist, wie ich selbst festgestellt habe, nicht so schwer, festgefahrene Gewohnheiten zugunsten eines gesünderen Lebensstils aufzugeben und dadurch mehr Lebensqualität zu erlangen.
      Genau hierzu gebe ich in meinem Blog einige Informationen:
      Ernährungsgewohnheiten ändern, um u.a. Entzündungen zu hemmen – siehe Ernährungsregeln (Ernährungspyramide) und Top 10 der Ernährung.
      Wichtig hierfür ist das Hintergrundverständnis des Säure-Basen-Haushalts mit basen- und säurebildenden Mineralstoffen.
      In meinen Augen ebenso wichtig ist die arthrosegerechte Bewegung – siehe Bewegungspyramide

      Ich will Sie mit meiner Antwort nicht entmutigen und würde mich freuen, wenn Sie durch Ihre Ursachenforschung Linderung erfahren.
      Viele Grüße
      Ute

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