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Jun 25

Zucker Alternativen

Wie wir bereits wissen, ist Zucker ein Säure-Erzeuger.
Gerade wir Arthrosekranke reagieren auf Zucker mit starken Schmerzen. Trotzdem fällt es vielen von uns schwer, auf Zucker zu verzichten.

Wir suchen also nach „relativ“ gesunden Süßungs-Alternativen für raffinierten Zucker, die wir sparsam einsetzen können.

Bekanntlich verwenden wir in unserem Ernährungs-Programm keine Zucker-Ersatzstoffe, d.h. weder Süßstoffe (Aspartam, Cyclamat, Saccharin u.a.) noch Zucker-Austauschstoffe (Sorbit, Mannit, Maltit u.a.).
Raffinierter Zucker hat nur Kalorien (100 g = 405 kcal) und keinerlei Nährstoffe!

Mit was können wir Tee oder Kaffee „gesund“ süßen?

  1. Honig (100 g = 392 kcal)
    Honig aus ökologischer Bienenhaltung (BIO) mit Kontrollnummer ist i.A. den Discounter-Honigen vorzuziehen!
    Er ist ein „guter“ Säurebildner. Honig enthält Enzyme, Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Calcium), Spurenelemente (Chrom, Eisen, Zink), die Vitamine C und B und auch entzündungshemmende Stoffe. Bitte nicht über 38° C erhitzen!
  2. Kokosblütenzucker (100 g = 382 kcal)
    Er enthält viele Mineralien, Spurenelemente und Vitamine sowie einen großen Anteil an Antioxidantien.
  3. Soja-“Milch“ (100 ml = 38 kcal)
    Das ist pflanzliches Eiweiß! Soja-Milch schmeckt leicht süßlich.
    Mineralstoff-Gehalt: Kalium 1800 mg, Magnesium 220 mg, Calcium 200 mg, Eisen und Zink

Was können wir zum Backen benutzen?

  1. BIO-Voll-Rohrzucker (100 g = 386 kcal)
    Vollrohrzucker wird nicht raffiniert. Er hat im Vergleich zu Roh-Rohrzucker einen erheblich höheren Mineralstoffgehalt von 1,5% – 2,5%. Daher – wenn ihr schon eine Süßungs-Alternative sucht, dann benutzt bitte diesen! Bei dem von mir benutzten ist der Mineralstoff-Gehalt wie folgt ausgewiesen: Calcium 125 mg, Magnesium 62 mg, Eisen 7,2 mg.
    Er ist weniger säurebildend wie raffinierter Weißzucker, aber bleibt trotzdem noch ein Säure-Erzeuger! Daher verwendet ihn bitte so sparsam wie möglich.
    Bitte genau auf die Verpackung schauen: nicht Roh-Rohrzucker, Rohrzucker, Rohzucker, Kandisfarin oder braunen Zucker (=eingefärbter weißer Zucker) kaufen. Wir möchten unserem Körper basische Mineralien anbieten!
  2. BIO-Ursüße (100 g = 386 kcal)
    schmeckt leicht nach Karamell. Ist ebenfalls sehr mineralstoffreich.
    Mineralstoff-Gehalt: Calcium 160 mg, Magnesium 130 mg, Eisen 5,5 mg.
  3. Dicksäfte
    Dicksäfte haben viel Vitamin C und Mineralstoffe (Magnesium, Kalium, Calcium = basische Mineralien). Sie enthalten fruchteigenen Zucker, also natürliche Fruktose.

    • a) Datteldicksaft/Dattelmark
      eignet sich hervorragend zum Backen, schmeckt sehr gut im Joghurt, aber auch im Tee.
      Hier benötigen wir eine geringere Menge wie bei Weiß-Zucker! Man kann davon ausgehen, dass eure Familie den Austausch nicht bemerken wird 😉
    • b) Apfel- (100 ml = 331 kcal) oder Birnendicksaft (100 ml = 326 kcal)
      Apfeldicksaft kann man auch zum Süßen von Tee verwenden. Für mein Süßempfinden entspricht 1 TL etwa der Süßkraft von 1 TL Zucker. Er schmeckt frisch, sieht dunkelbraun aus.
      Achtet bitte auf die Kennzeichnung „keine Konservierungsstoffe“!
    • c) Agavendicksaft (100 ml = 304 kcal)
      verfügt über eine fast neutrale milde Süße, hat aber weniger Mineralstoffe.
  4. Sirup
    z.B. Ahornsirup (100 ml = 270 kcal)
    Bitte entscheidet euch hier für Ahornsirup Grad AA oder A. Je heller er ist, desto mehr Mineralien hat er (Eisen, Magnesium). Je dunkler, desto kräftiger ist sein Geschmack (Grad B und C).
    Ahornsirup süßt stärker wie Zucker. Daher benötigt man beim Backen nur halb soviel wie die angegebene Zuckermenge.
    Weitere Sorten: Reis-, Topinambur-, Zuckerrübensirup (100ml = 256kcal)

Es kommt sicher die Frage auf, was denn von Stevia zu halten wäre.
Stevia – süße Natur? Gesünder als künstliche Süßstoffe? Ersatz für synthetische Süßstoffe und Zucker?
Stevia ist bis zu 400x süßer wie Zucker, 1 TL hat etwa die Süßkraft von 2 Tassen Zucker, ist daher schwer dosierbar. Stevia ist fast kalorienfrei, verhält sich blutzucker-neutral. Für Diabetiker und Übergewichtige ist er daher geeignet.

Stevia ist seit Dezember 2011 nach Prüfung durch die ESFA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, in Deutschland zugelassen.

Vorsicht ist trotzdem geboten, da das angebotene Stevia nicht rein sein könnte. Der Prozess vom Blatt, über den Saft, Extrakt, Raffinat bis zum Pulver ist sehr aufwändig. Ferner sind fremde Inhaltsstoffe nicht bekannt, z.B. eventuell enthaltene Pestizide.

Durch verschiedene Verfahren wird versucht, den penetranten Beigeschmack in Griff zu bekommen, indem man es in seine einzelnen Bausteine zerlegt und weiter verarbeitet. Ein Naturprodukt wird dabei zu einem Kunstprodukt. Es entsteht ein künstlicher Zuckersatzstoff, wie z.B. Saccharin.

Es kann u.a. zu allergischen Reaktionen kommen, Magen- und Darm Entzündungen. Es sollte nicht in größeren Mengen und über einen längeren Zeitraum benutzt werden. Untersuchungen über die Gefahren von Stevia sind noch nicht abgeschlossen.

Verschiedene Firmen arbeiten schon mit Hochdruck an der Vermarktung von Steviol-Glykosiden als Lebensmittelzusatzstoff für Erfrischungsgetränke bei Tee, Joghurt, Pudding, Kuchen etc. Man kann damit rechnen, dass die tägliche gesunde Höchstmenge überschritten wird. Das ist besonders für Kinder problematisch!

Es gibt auch Stevia-Pflanzen zu kaufen.

Stevia bleibt ein Zuckerersatzstoff, der dem Körper etwas Falsches vorgaukelt.
Es gibt für uns zunächst einmal keinen Grund, damit zu experimentieren.

Fazit:
Wir sollten nicht auf mineralstofflose Zuckerarten zugreifen. Wer aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass alle aufgezählten Süßungs-Alternativen sogar weniger Kalorien haben als Weißzucker!

3 Kommentare

  1. Ulrike

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort, werde ich gleich heute probieren, hab gestern von einer Kollegin dünne aber sehr rote Stengelchen geschenkt bekommen, die mir jetzt gleich viel mehr Freude machen…;-)

  2. Ulrike

    Was würden Sie für ein Rhabarber-Kompott empfehlen?
    (abgesehen davon, dass Rhabarber auch nicht zu empfehlen ist, aber 1-2x/Jahr ess ich das trotzdem gern)

    1. Ute

      Hallo Ulrike,
      Der Rhabarber (Gemüse) enthält Oxalsäure, die die Calcium-Aufnahme im Körper behindert.
      Verwende roten und frühen Rhabarber; er enthält weniger Oxalsäure.
      Als Kompott empfehle ich: die Blätter nicht zu essen, die Stengel zu schälen und den Rhabarber über heißem Dampf in einem Sieb zu blanchieren. Das Wasser darunter nicht weiter verwenden!
      Den Rhabarber dann kurz abschrecken.
      Etwas Orangensaft als Soße verwenden. Diese mit Ceylon-Zimt würzen und, falls nötig, wenig Kokosblütenzucker unterrühren.
      Guten Appetit!

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