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Jul 05

Nahrungsergänzungsmittel

Wie bereits in anderen Beiträgen aufgezeigt, spielt die Ernährung nach den Regeln des Säure-Basen Haushalts für uns Arthrosekranke eine wichtige Rolle.
Trotzdem nehmen viele von uns noch zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel für den Gelenkknorpel ein.

Sind sie nötig? Wir möchten einer Diskussion dieser Frage nicht aus dem Weg gehen.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?
Sie sind, so eigenartig sich das anhört, Lebensmittel bzw. diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke in Pulver- oder Tablettenform und unterliegen daher der Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung. Sie enthalten z.B. Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe, Omega-3 Fettsäuren usw. in hoher konzentrierter Form. Sie sind mittlerweile so weit verbreitet, dass sie in Discountern verkauft werden. Sehr beliebt sind Multivitamin-Präparate. In der Werbung wird immer wieder die Wichtigkeit dieser Präparate suggeriert, was uns aber nicht daran hindern sollte, den Nutzen für uns zu hinterfragen.

Übrigens: Frauen kaufen mehr Nahrungsergänzungsmittel wie Männer.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel auch nicht?
Arzneimittel, die einer Zulassung bedürfen, in deren Rahmen Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachgewiesen werden müssen!
Nahrungsergänzungsmittel unterliegen keiner besonderen Prüfung. Sie dürfen keine arzneiliche Wirkung besitzen. Sie können aber trotzdem zu einem Gesundheitsrisiko werden. Wird einfach auf Verdacht ein Produkt eingenommen, kann dies durch eine eventuelle Überdosierung eines Stoffes mehr schaden als nutzen. Sie sind also nicht unbedingt harmlos. Weiter unten nenne ich einige Risikogruppen.
Man sollte daher bei der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln extrem vorsichtig sein.
Wenn überhaupt, dann sollte man sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen!

Nahrungsergänzungsmittel werden auch für unsere Gelenke bzw. Knorpel angeboten. Sie sollen den Knorpelstoffwechsel unterstützen, vor Knorpelabbau schützen und Entzündungen hemmen – so die Werbung.

Grundsätzlich besteht der Gelenkknorpel aus vier Elementen und hier müssen die Nahrungsergänzungsmittel also ansetzen.:

  • 60 – 85% Wasser
  • Proteoglykanen
    Proteoglykane speichern das Wasser, sind ein riesiges Wasserkissen und haben Stoßdämpferfunktion.
  • 10 – 20% Kollagen Fasern vom Typ II
    Sie fixieren die Proteoglykane.
  • Zellen (Chondrozyten, Chondroblasten), die in der Matrix (Knorpelhof) verankert sind

Die bekanntesten Stoffe sind:

  1. Glucosamin-Sulfat
    kommt in Knorpel, Gelenkflüssigkeit und Bindegewebe vor.
    Glucosamin wirkt sich positiv auf die Gelenkschmiere aus, es fungiert als Gleitmittel.
    Es sorgt dafür, dass der Knorpel ausreichend Wasser binden kann und dadurch elastisch bleibt.
    Glucosamin kann vom Körper schneller aufgenommen werden als Chondroitin .
    Glucosamin-Sulfat wird im auch Körper hergestellt, so dass ein körperidentischer Stoff zugeführt wird.
    Einen Teil Glucosamin nehmen wir über die Nahrung auf. Die Verwertung lässt allerdings mit dem Alter nach.
    Es wird aus den Schalen von Krebstieren und Insekten (Chitin) gewonnen.
  2. Chondroitin-Sulfat
    Chondroitin hat eine besonders hohe Wasserbindungskapazität im Gelenkknorpel.
    Es ist der Hauptbestandteil der Knorpelsubstanz und des Bindegewebes und kann Wasser gut binden, sorgt für Elastizität und wirkt entzündungshemmend. Es schützt den Knorpel gegen zerstörerische Enzyme.
    Es kommt natürlich in Fleisch und Meerestieren, hauptsächlich in Muscheln und Austern, vor.
    Hergestellt wird es meist aus Rinder- und Schweineknorpel, kann aber auch aus Hai- oder Hühnerknorpel stammen.
    Der Körper kann es auch selbst bilden.
  1. Hyaluronsäure (Natriumhyaluronat)
    Durch ihre Fähigkeit Wasser zu binden, wirkt sie stoßdämpfend und schmierend bei Bewegungen.
    Der Körper kann sie auch selbst herstellen, indem er Glucosamin und Glucuronsäure durch das Chondroitin erhält.
  2. Kollagen-Hydrolysat
    Kollagen-Hydrolysat ist ebenfalls für die Elastizität zuständig.
    Es wird meist aus Gelatine-Pulver hergestellt.

Jeder hat mit diesen „Knorpelschutzstoffen“ unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Laut Erfahrungsberichten liegt eine wirksame Dosierung liegt für Glucosamin-Sulfat bei 1500 mg/Tag und Chondroitin-Sulfat bei 1200 mg/Tag, wobei beide Stoffe zusammen eingenommen, zu besseren Ergebnissen führen sollen.

Kollagen-Hydrolysat 10 g/Tag soll ebenfalls die Gelenkbeweglichkeit verbessern.

Für einen dauerhaften Erfolg muss die Einnahme allerdings über Jahre erfolgen.

Diese Dosen stellen aber laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für bestimmte Gruppen eine großes Risiko dar:

  • Schwangere
  • Herz-Kreislauf-Kranke
  • Patienten, die Blutgerinnungshemmer nehmen müssen
  • Menschen mit Glucose-Intoleranz

Ein weiteres Problem ist, dass diese Präparate zusätzlich noch Vitamine und Mineralstoffe enthalten, die wir bereits in ausreichender Menge über unsere Ernährung zu uns nehmen. Dies kann zu Überdosierungen führen.

Bei einigen Mitteln ist mir aufgefallen, dass Schweineknorpel bzw. Gelatine verarbeitet wird, was bei uns zu Entzündungen und Schmerzen führen kann.

Ferner enthalten sie teilweise Süßstoffe, wie Natrium-Cyclamat.
Für Allergiker ist wichtig: sie enthalten auch z.B. Glucose und Fructose.

Im Gegensatz dazu ist die Kieselsäure ein natürlicher Nährstoff für unser Bindegewebe und Knorpel.
Natürliche Kieselsäure befindet sich z.B. in Vollkorn-Reis, Haferflocken, Braunhirse, Borretsch, Banane und Bio-Kartoffeln (hier die Schale mitessen). Auch Ackerschachtelhalm- und Brennessel-Extrakt bzw. Saft sind Kieselsäurespender.
Die als Pulver bzw. auch Tee erhältlichen Kieselsäure-Präparate sind allerdings fast wirkungslos.

 

 

2 Kommentare

  1. Kory

    Hi, ausgezeichneter Beitrag! Ich bin gerade ganz zufällig auf den Blog gestoßen. Mach weiter
    so!

  2. Lisa

    Hallo ,

    Dieser Blog-Beitrag hat mir echt geholfen , super Beitrag !

    Gruß

    Lisa

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